
Akropolis bis Golden Gate: Diese berühmten Orte haben deutsche Doppelgänger
Manche Sehenswürdigkeiten in Deutschland wirken so vertraut, dass man zweimal hinschauen muss: Steht dieser Tempel wirklich in Xanten? Warum erinnert das Schloss am Chiemsee plötzlich an Frankreich? Und was macht Golden-Gate-Flair am Rhein? In Deutschland gibt es einige Orte, die optisch erstaunlich nah an weltbekannte Sehenswürdigkeiten herankommen – perfekt für alle, die große Kulissen lieben, aber nicht direkt um die Welt fliegen möchten. Wir zeigen Sehenswürdigkeiten, bei denen man kurz denkt: Moment, sind wir wirklich noch in Deutschland?
Hafentempel in Xanten oder Akropolis in Athen?
Ein Hauch Antike mitten am Niederrhein: Im Archäologischen Park Xanten steht der rekonstruierte Hafentempel auf dem Gelände der früheren römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana. Mit seinen hohen Säulen erinnert er schnell an die Akropolis in Athen. Ganz gleich sind die beiden natürlich nicht. Die Akropolis steht für die griechische Antike, der Hafentempel für römische Geschichte in Germanien. Trotzdem sorgt der erste Blick für ein kleines Athen-Gefühl, nur eben in Nordrhein-Westfalen. Spannend ist außerdem: Der Tempel in Xanten ist 27 Meter hoch und damit sogar höher als der Parthenon auf der Akropolis.
Schloss Herrenchiemsee oder Versailles in Frankreich?
Bei Schloss Herrenchiemsee ist der Vergleich mit Versailles kein Zufall. König Ludwig II. war großer Fan des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. und ließ das Schloss auf einer Insel im Chiemsee nach französischem Vorbild bauen. Das Ergebnis: prunkvolle Räume, viel Gold, große Spiegel und jede Menge königliches Drama. Ganz fertig wurde das Schloss allerdings nie. Als Ludwig II. 1886 starb, waren nur einige Wohn- und Repräsentationsräume vollendet. Heute können Besucher jene Räume besichtigen und im König-Ludwig-II.-Museum mehr über seine Bauprojekte erfahren.
München oder Paris: Siegestor und Arc de Triomphe
Drei Bögen, große Wirkung, mitten in der Stadt: Das Siegestor in München erinnert auf den ersten Blick an den Arc de Triomphe in Paris. Beide Bauwerke greifen die Form klassischer Triumphbögen auf und wurden ursprünglich mit militärischen Erfolgen verbunden. Heute erzählt das Münchner Siegestor aber eine andere Geschichte. Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde es wieder aufgebaut und steht inzwischen als Mahnmal für den Frieden. Der Schriftzug bringt es auf den Punkt: „Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend.“ Der Pariser Arc de Triomphe erinnert dagegen vor allem an gefallene Soldaten der französischen Armee.
Andernach oder Island: Geysir-Moment am Rhein
Für einen ausbrechenden Geysir muss man nicht unbedingt nach Island reisen. In Andernach in Rheinland-Pfalz schießt der höchste Kaltwassergeysir der Welt regelmäßig in die Höhe und das bis zu 60 Meter. Hier ist etwas Geduld gefragt, denn die Fontäne bricht nur ungefähr alle zwei Stunden aus. Wer wartet, bekommt dafür jedoch ein ziemlich spektakuläres Naturschauspiel direkt am Rhein. Der bekannte Strokkur in Island kommt zwar öfter zum Einsatz, erreicht aber meist nur etwa 15 bis 20 Meter.
Sächsische Schweiz oder Griechenland: Elbsandstein mit Meteora-Vibes
Steile Felsen, weite Ausblicke und dazwischen viel Grün: Das Elbsandsteingebirge im Nationalpark Sächsische Schweiz erinnert an manchen Stellen an das Meteora-Gebirge in Griechenland. Dort thronen Klöster auf hohen Felsformationen, in Sachsen sind es vor allem Wanderwege, Aussichtspunkte und die berühmte Basteibrücke. Wer gern draußen unterwegs ist, ist im Elbsandsteingebirge genau richtig. Wandern, Klettern, Radfahren – alles ist möglich. Und wer nach so viel Natur noch Stadtluft braucht, kann den Ausflug gut mit Dresden verbinden.
Sächsische Schweiz oder China: Hallelujah-Berge ohne Fernflug
Die Sächsische Schweiz kann sogar noch einen zweiten internationalen Vergleich liefern. Aus manchen Perspektiven erinnern die Felsen im Elbsandsteingebirge an die hohen Steinsäulen im Zhangjiajie-Nationalpark in China. Dort standen die spektakulären Felsen Pate für die schwebenden „Hallelujah-Berge“ aus dem Film „Avatar“. Ganz so außerirdisch wird es in Sachsen zwar nicht, aber wenn Nebel zwischen den Felsen hängt, kommt schon ein bisschen Filmkulissen-Gefühl auf.




Rügen oder Kopenhagen: Kaysa und die Kleine Meerjungfrau
An der Ostsee wartet Rügens Antwort auf die Kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen. Die Bronzefigur „Kaysa“ sitzt bei Sellin auf einem Felsen im Wasser und wringt ihre Haare aus. Seit 2014 gehört sie dort zu den beliebtesten Fotomotiven. Die dänische Kleine Meerjungfrau am Langelinie-Pier ist natürlich deutlich berühmter und steht schon seit 1913 in Kopenhagen. Trotzdem haben beide Figuren etwas gemeinsam: Sie passen perfekt ans Wasser, wirken ein bisschen märchenhaft und ziehen Kameras fast automatisch an. In Sellin kommt noch die Seebrücke und das Ostsee-Flair dazu.
Königssee oder Kalifornien: Röthbachfall und Yosemite Falls
Wasserfall-Fans denken oft zuerst an die Yosemite Falls in Kalifornien. Kein Wunder: Mit insgesamt 733 Metern zählen sie zu den höchsten Wasserfällen der Welt. Doch auch in Bayern geht es ordentlich nach unten. Der Röthbachfall am südlichen Ende des Königssees ist mit 470 Metern der höchste Wasserfall Deutschlands. Er liegt beim Obersee und stürzt in zwei großen Stufen über die Felswand. Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis: Bootsfahrt über den Königssee, kurzer Spaziergang und dann dieser Blick auf Wasser, Berge und Felsen.
Eibsee oder Kroatien: Inselgefühl unter der Zugspitze
Türkisblaues Wasser, kleine Inseln und rundherum sattes Grün: Der Eibsee in Bayern erinnert aus manchen Blickwinkeln an Kroatiens Inselwelt. Nur liegt er nicht an der Adria, sondern direkt unterhalb der Zugspitze. Besonders die kleinen Inseln im See sorgen für Urlaubsbilder, die fast mediterran wirken. Dazu kommt das klare Wasser, das je nach Licht mal grün, mal blau schimmert. Der große Unterschied: Statt Meeresbrise gibt es Bergpanorama. Funktioniert aber mindestens genauso gut.
Leipzig oder New York: Hauptbahnhof trifft Grand Central
Bahnhof ist nicht gleich Bahnhof. Die Grand Central Station in New York ist längst mehr als ein Verkehrsknotenpunkt – sie ist eine Sehenswürdigkeit. Große Halle, historische Architektur, Millionen Reisende: Hier schaut man auch dann nach oben, wenn man gar keinen Zug erwischen muss. Ähnlich eindrucksvoll ist der Hauptbahnhof Leipzig. Er wurde 1915 eröffnet und gilt flächenmäßig als größter Kopfbahnhof Europas. Mit seinen weiten Hallen, 26 Bahnsteigen und zahlreichen Geschäften fühlt er sich fast wie eine eigene kleine Stadt an. Wer hier ankommt, bekommt den ersten Sightseeing-Moment direkt am Gleis.
Hessen oder Australien: Monte Kali und Uluru
Rot ist der eine, weiß-grau der andere, trotzdem haben Uluru in Australien und Monte Kali in Nordhessen etwas gemeinsam: Beide stehen sehr markant in der Landschaft und ziehen sofort den Blick auf sich. Der Uluru liegt im australischen Outback und ist ein heiliger Ort der Anangu. Der Monte Kali bei Heringen an der Werra ist dagegen ein künstlich entstandener Salzberg aus dem Kalibergbau. Besichtigt werden kann er nur im Rahmen von Führungen, meist zwischen März und Oktober. Oben angekommen wartet ein weiter Blick über das Werratal. Australien ist weit weg, der Wow-Effekt aber trotzdem da.
Emmerich oder San Francisco: Rheinbrücke mit Golden-Gate-Gefühl
Natürlich ist die Rheinbrücke Emmerich nicht die Golden Gate Bridge. Aber wer die hohen Pylone und Stahlseile sieht, versteht schnell, warum der Vergleich auftaucht. Beide Brücken prägen ihre Landschaft und wirken schon aus der Ferne ziemlich beeindruckend. Die Golden Gate Bridge in San Francisco ist weltberühmt und 2.737 Meter lang. Die Rheinbrücke Emmerich bringt es auf 803 Meter und ist damit die längste Hängebrücke Deutschlands. Sie verbindet Emmerich am Rhein mit Kleve und zeigt: Ein bisschen Brücken-Drama geht auch am Niederrhein.

Beitragsfoto: Der Hafentempel im LVR-Archäologischer Park Xanten, Foto: Axel Thünker DGPh
