Alte Wege, moderne App: Italien macht antike Routen fit
Ruhiger, entspannter und grüner reisen: Das ist das Motto einer neuen Initiative, die in Italien geschichtsträchtige Routen in den Fokus nimmt. Mit dem Projekt „Antichi Cammini d’Italia“ sollen fünf historische Wege neu erlebbar werden. Im Mittelpunkt stehen alte Pilger- und Handelsrouten, die alle in Richtung Rom führen. Dazu gehören unter anderem die Via Francigena, der Franziskusweg und der Benediktweg. Statt schnell von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu springen, geht es hier um langsames Reisen. Eine Besonderheit: Die Wege führen nicht nur durch bekannte Landschaften, sondern auch zu Kirchen, Plätzen, Naturpunkten und Dörfern, die viele Italien-Reisende bisher kaum auf dem Zettel hatten. Genau das macht den „Slow Tourism“ auch aus – mehr Zeit für echte Begegnungen, regionale Kultur und den Moment. Ganz ohne moderne Hilfe müssen Reisende aber nicht losziehen. Rund 1.000 Orte entlang der Routen werden neu erfasst, dazu kommen digitale Stationen mit kostenlosem WLAN. Über die App „Italia.it“ sollen Karten, Etappen, Infos zu Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Hintergründe abrufbar sein. Für Italien ist das Projekt auch eine gute Möglichkeit, beliebte Hotspots etwas zu entlasten und den Tourismus breiter zu verteilen. Davon profitieren kleinere Gemeinden, Unterkünfte, Restaurants und Regionen, die sonst oft im Schatten der großen Städte stehen.
