Islands einmalige Bäder: „Sundlags“ sind jetzt UNESCO-Kulturerbe
Island ist berühmt für Geysire, Vulkane und faszinierende Landschaften, doch ein scheinbar ganz alltäglicher Teil des isländischen Lebens hat nun internationale Anerkennung bekommen: die Badekultur. Die öffentlichen Schwimmbäder des Landes, genannt „Sundlags“, wurden in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Island-Entdecker wissen, dass in nahezu jeder Stadt ein Sundlag aufzufinden ist, wessen täglicher Besuch für die Einheimischen so selbstverständlich ist wie der morgendliche Kaffee. So sind über 120 öffentliche Bäder über das ganze Land verteilt. Dabei handelt es sich nicht um luxuriöse Spa-Anlagen, sondern meist um funktionale, schlichte Orte, bei denen es neben dem Schwimmen oder Aufwärmen im dampfenden Wasser, um Begegnungen und Gemeinschaft geht. Die geothermische Energie des Landes macht das erst möglich und prägt sie seit Generationen. Besonders deutlich wird das in Reykjavík, wo jedes der acht städtischen Schwimmbäder seinen eigenen Charakter und einzigartige Atmosphäre hat. Eine Idee teilen sie aber: „Im Wasser sind alle gleich, und es gibt nichts Schöneres, als Menschen jeden Alters zu sehen, wie sie sich in den Schwimmbädern versammeln und Körper und Geist stärken.“, beschreibt es Heiða Björg Hilmisdóttir, Bürgermeisterin von Reykjavík. Dass diese Kultur nun offiziell als schützenswertes Erbe gilt, unterstreicht, wie tief sie im Alltag der Isländer verwurzelt ist. Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis: Manchmal sind es nicht die spektakulären Naturwunder oder Bauten, sondern die einfachen Rituale, die ein Land wirklich ausmachen.
