Kostenlos ans Meer: Italien will mehr freie Strandabschnitte schaffen
Italien will den Zugang zum Meer einfacher machen: In mehreren Regionen sollen künftig mehr Strandabschnitte kostenlos nutzbar sein. Damit reagiert das Land auf steigende Preise in vielen Badeorten und auf die Kritik, dass immer mehr Küstenbereiche von privaten Strandbädern belegt sind. Besonders sichtbar ist die Entwicklung aktuell in Ostia, dem Stadtstrand von Rom. Dort wurden mehrere private Anlagen geschlossen. Statt kostenpflichtiger Strandbereiche sollen wieder freie Flächen entstehen, die Einheimische und Urlauber ohne Eintritt nutzen können. Auch in Regionen wie Ligurien und Apulien wird darüber gesprochen, den Zugang zum Meer stärker zu öffnen. Für Reisende könnte das eine gute Nachricht sein, denn man zahlt vielerorts nicht nur für Liegen und Sonnenschirm, sondern oft auch für den Zugang zu bewirtschafteten Bereichen. Ein Set aus zwei Liegen und einem Schirm kostet inzwischen im Schnitt rund 40 Euro pro Tag. Gerade für Familien oder längere Aufenthalte kann das schnell teuer werden. Der Streit um Italiens Strände hat auch rechtliche Gründe. Die Küste gehört grundsätzlich dem Staat, viele Abschnitte sind aber seit Jahren an private Betreiber vergeben. Sie betreiben dort sogenannte Stabilimenti Balneari mit Liegen, Sonnenschirmen, Bars und weiteren Angeboten. Das bleibt für viele Urlauber praktisch, soll aber nicht die einzige Möglichkeit sein, ans Wasser zu kommen. Ab 2027 sollen die Vergaben der Strandkonzessionen schrittweise neu geregelt werden. Dadurch könnten mehr öffentliche Bereiche entstehen und der Wettbewerb unter den Anbietern wachsen. Wer also gern mit Handtuch und Sonnencreme spontan an den Strand geht, könnte künftig wieder mehr Auswahl haben.
