Marokko wird grüner: Das Land setzt auf umweltbewusste Touristen
Klimafreundliche Verkehrskonzepte und zertifizierte Öko-Hotels: Marokko möchte sich stärker als Reiseziel für umweltbewusste Urlauber positionieren. Das nordafrikanische Land setzt dabei auch auf moderne Mobilitätskonzepte wie den Hochgeschwindigkeitszug „Al Boraq“, der bereits seit 2018 Städte wie Tanger und Kenitra verbindet und inzwischen vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Komfortmerkmale wie Klimaanlage, Steckdosen und großzügige Gepäckablagen machen das Reisen mit dem Schnellzug nicht nur umweltfreundlich, sondern auch bequem. Derzeit entsteht eine neue Strecke, die Teil eines grünen Investitionsprogramms von rund 9,5 Milliarden US-Dollar ist. Geplant sind weitere Hochgeschwindigkeitsabschnitte, 168 neue Züge und weitere Investitionen in den Nahverkehr der Großstädte. Künftig soll etwa Marrakesch in etwas über zweieinhalb Stunden von Tanger aus erreichbar sein – eine Fahrt, die aktuell mit Umstieg nahezu sechs Stunden dauert. Auch die Verbindung zwischen Rabat und dem Flughafen Casablanca könnte mit 35 Minuten Fahrtzeit auf etwa die Hälfte reduziert werden. Auch auf dem Beherbergungssektor will Marokko „grüner“ werden. So werden viele traditionelle Riads mit Solaranlagen oder wassersparenden Systemen ausgestattet, ohne dabei ihren historischen Charakter zu verlieren. Und das Umweltsiegel „Grüner Schlüssel“ markiert Häuser, die nachweislich ökologische Standards erfüllen. Hinzu kommen Öko-Lodges, die auf regionale Materialien, einfache Bauweisen und lokale Küche setzen. In ländlichen Regionen werden schon jetzt Übernachtungsmöglichkeiten bei Familien oder in Zelten von Amazigh-Gemeinschaften (Berber-Völker) angeboten - eine besonders authentische und nachhaltige Alternative. Nachhaltige Aktivitäten, die von Führungen mit lokalen Guides bis zu Workshops in Arganöl-Kooperativen reichen, sollen Touristen besondere Einblicke in die Kultur des Landes ermöglichen, gleichzeitig aber auch die lokale Wirtschaft stärken.
