Noctourism-Trend im Norden: Reisen nach Einbruch der Dunkelheit
Norwegen entwickelt sich zu einem internationalen Hotspot für einen besonderen Reisetrend: Noctourism. Gemeint sind Reisen, die sich gezielt auf Erlebnisse nach Einbruch der Dunkelheit konzentrieren. Was anderorts als Nachteil gilt, wird hier zum zentralen Anziehungspunkt, denn die arktische Nacht bietet Naturerfahrungen, die tagsüber so gar nicht möglich sind. Geringe Lichtverschmutzung, klare Nächte und weite, ruhige Landschaften stehen im Mittelpunkt. Perfekt für Reisende, die das Bedürfnis nach Entschleunigung und Abstand vom digitalen Dauerlicht suchen. Nordnorwegen hat dafür ideale Voraussetzungen, denn während der Polarnacht verschwindet die Sonne wochenlang hinter dem Horizont und es legt sich ein blaues Zwielicht über Landschaft und Meer, die Aurora Borealis. In klaren Nächten sind die Nordlichter häufig und teilweise über mehrere Stunden sichtbar. Dazu werden in der Region zahlreiche nächtliche Aktivitäten angeboten. Zum Beispiel Schneeschuhtouren, Hundeschlittenfahrten und geführte Wanderungen mit Stirnlampen. Auch kulturelle Angebote spielen eine Rolle: Sámi-Guides vermitteln Wissen über ihre Traditionen, erzählen Geschichten und erklären die Bedeutung von Sternen und Natur in der arktischen Kultur. Ein besonderer Ort für Noctourism ist der Øvre Pasvik Dark Sky Park in Finnmark. Als erster zertifizierter Dark Sky Park Norwegens steht er für den Schutz natürlicher Dunkelheit. Besucher erleben hier sehr geringe Lichtverschmutzung, einen klaren Blick auf die Milchstraße sowie Angebote wie astronomische Führungen, Nachtfotografie und Übernachtungen in der Natur.
