
Von Hamburg bis Venedig: Siebenmal Sightseeing mit der Fähre
Kein Stau, kein langer Fußmarsch und vor allem besondere Perspektiven: Städte am Wasser lassen sich wunderbar mit dem Boot entdecken. Günstiger und nicht weniger spannend ist Sightseeing mit der Fähre. Die gehört zum öffentlichen Nahverkehr dazu und ist daher auch noch angenehm preiswert. In welchen Cities sich das Einsteigen lohnt …
Hamburg, Deutschland
Warum eine teure Hafenrundfahrt buchen, wenn die Linienfähre fast dieselbe Aussicht liefert? In Hamburg fahren die Hadag-Fähren mitten durchs Hafengeschehen. Docks, Kräne, Containerschiffe, die Elbphilharmonie und die Landungsbrücken ziehen dabei direkt am Fenster vorbei. Besonders beliebt ist die Linie 62. Sie fährt von den Landungsbrücken über den Fischmarkt nach Övelgönne, wo viele am Elbstrand aussteigen. Wer sitzen bleibt, erreicht Finkenwerder und sieht unterwegs auch das Airbus-Werk. Einzeltickets kosten rund vier Euro, mit dem Deutschlandticket ist die Fahrt inklusive.
Hongkong, China
Mehr Großstadtkino für weniger Geld geht kaum: Die Star Ferry gleitet durch den Victoria Harbour und kostet nur ein paar Cent. Zwischen Central und Tsim Sha Tsui pendeln die Boote regelmäßig durch den Victoria Harbour. Tagsüber sieht man die dichte Skyline, abends spiegeln sich Lichter und Leuchtreklamen im Wasser. Eine Fahrt kostet nur vier bis fünf Hongkong-Dollar, also rund 50 Cent. Mit etwas mehr Zeit kann man von Central aus weiter zu Inseln wie Cheung Chau oder Peng Chau fahren. Dort ist Hongkong plötzlich deutlich ruhiger: mit kleinen Häfen, Stränden, Wanderwegen und Gassen, in denen die Metropole weit weg erscheint.
Istanbul, Türkei
Morgens Europa, nachmittags Asien? In Istanbul ist das keine Weltreise, sondern eine ganz normale Fährfahrt über den Bosporus. Die städtischen Fähren von Şehir Hatları transportieren laut Betreiber rund 40 Millionen Menschen pro Jahr. Besonders schön ist die Strecke von Karaköy oder Eminönü nach Kadıköy. Dort wartet ein lebendiges Viertel mit Märkten, Cafés und Restaurants. Eine Fahrt mit den städtischen Fähren von Şehir Hatları kostet rund 59 Lira, also gut einen Euro.
New York, USA
In New York gehört der Blick vom Wasser zu den besten Perspektiven auf die Stadt. Die Skyline wirkt weiter, die Hochhäuser noch höher und die Freiheitsstatue bekommt man plötzlich ohne Gedränge vor die Linse. Viele Besucher fahren vom Battery Park nach Liberty Island. Deutlich günstiger kommt man allerdings mit der Staten Island Ferry davon. Sie ist kostenlos, fährt regelmäßig zwischen Manhattan und Staten Island und kommt an der Freiheitsstatue vorbei. Auch die East River Route von NYC Ferry lohnt sich. Ab Pier 11/Wall Street führt sie unter anderem unter der Brooklyn Bridge hindurch und zeigt Manhattan, Brooklyn und Queens aus einer Perspektive, die man von den Straßen aus nie bekommt. Tickets starten bei 4,50 US-Dollar, umgerechnet etwa 3,90 Euro.


Stockholm, Schweden
Di schwedische Hauptsadt ist wie gemacht für Fährfahrten. Verteilt auf vierzehn Inseln muss man innerhalb Stockholms ohnehin ständig übersetzen. Wer nur wenig Zeit hat, nimmt die Linie 82 von Slussen nach Djurgården. Dort befinden sich unter anderem das Vasa-Museum und der Freizeitpark Gröna Lund. Für einen längeren Ausflug bietet sich die Linie 83 von Strömkajen nach Vaxholm an. Schon während der Fahrt verschwindet der Großstadttrubel nach und nach, während draußen Schären, Bootshäuser und kleine Inselorte vorbeiziehen. Viele SL-Fähren können mit einem normalen Nahverkehrsticket genutzt werden. Ein 75-Minuten-Ticket kostet 43 Kronen, also knapp vier Euro.
Sydney, Australien
Hier wird sogar der Weg zum Strand zum Sightseeing-Erlebnis. Die Fähren starten am Circular Quay, wo Opernhaus und Harbour Bridge zum Greifen nah wirken. Besonders beliebt ist die Verbindung nach Manly, denn sie verbindet Hafenpanorama mit einem Ausflug ans Meer. Die Manly Fast Ferry braucht etwa 20 Minuten bis Manly Wharf und von dort aus sind es nur wenige Gehminuten zum Strand. Erwachsene zahlen für eine einfache Fahrt etwas mehr als zehn australische Dollar, also gut sechs Euro.
Venedig, Italien
Wo andere Städte Busse haben, hat Venedig Vaporetti. Die Wasserbusse bringen Reisende durch Kanäle, vorbei an Palästen und direkt hinein ins Herz der Lagunenstadt. Verglichen mit einer Gondelfahrt sind sie deutlich günstiger und außerdem ideal, um Venedig ohne lange Fußwege zu erkunden. Ein 75-Minuten-Ticket kostet etwa zehn Euro, Tagestickets liegen bei rund 25 Euro. Der Klassiker ist die Linie 1 durch den Canal Grande. Von Ferrovia geht es vorbei an Palästen, Kirchen und der Rialtobrücke bis Richtung Markusplatz. Die Fahrt dauert rund 40 Minuten.

